In Erinnerung an Hilke

Mit großer Trauer und Bestürzung nehmen wir Abschied von unserer Kollegin Hilke Doering, die nach langer Krankheit am 27. November 2025 gestorben ist. Der Schock sitzt tief und das ganze Kurzfilmtage-Team wird sie vermissen.


In Memoriam Hilke Doering

Wir sind in tiefer Trauer um unsere Kollegin Hilke Doering, Leiterin des Internationalen Wettbewerbs der Kurzfilmtage seit 1995, die nach langer schwerer Krankheit am 27. November 2025 in Bielefeld gestorben ist.

Geboren 1966, ist Hilke Doering in Deutschland und der Schweiz aufgewachsen. Sie studierte Soziologie in Bielefeld und Paris und forschte zu visueller Soziologie und Ethnografie.

Für die Kurzfilmtage zu arbeiten begann Hilke Doering 1991 noch als Praktikantin unter der Festivalleiterin Angela Haardt. Ab 1995 leitete sie dann den Internationalen Wettbewerb sowie bis 2004 auch das Kinder- und Jugendkino.

Als Verantwortliche für internationale Festivalpolitik war sie in vielen Verbänden, filmpolitischen Netzwerken und Institutionen tätig, so von 1996 bis 2000 als Vorstandsmitglied der Europäischen Koordinierungsstelle der Filmfestivals und von 1998 bis 2003 als Präsidentin der Internationalen Kurzfilmkonferenz. Seit 1996 besuchte sie als Jurymitglied regelmäßig internationale Film- und Videofestivals und hat unzählige Programme weltweit kuratiert. Das 2018 gegründete European Short Film Network ESFN und dessen 2021 online gegangenes Kurzfilmportal „THIS IS SHORT“ sind maßgeblich auf ihre Initiative hin entstanden. Noch bis Mitte November stand sie uns trotz ihrer schweren Krankheit beratend zur Seite.

„Ihr ästhetischer Weitblick, ihre besondere Sensibilität und Perspektive auf Filme jenseits des (nord-westlichen) Kanons wie das lateinamerikanische Kino, frankophones und anglophones afrikanisches Kino, für experimentelle Formen, für innovative Gender-Positionen jenseits vereinfachender Identitätspolitik, ihr Misstrauen gegen politische Funktionalisierungen waren für mich und alle Kolleg*innen in der Festivalkommission immer sehr wichtig. Ihr leidenschaftliches Engagement und weitreichendes historisches und gesellschaftspolitisches Wissen, ihr umfassender festivalpolitischer Blick auf die Konzeption der Kurzfilmtage, ihr trockener Humor wie auch ihre Streitbarkeit und Wärme – so vieles fehlt uns jetzt, und wird uns weiterhin fehlen.“ (Madeleine Bernstorff, Künstlerische Leiterin der Kurzfilmtage)